Sabine Mohr

Essstörungen

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Jahrgang: 1967

Diagnose: Bulimie

 

 

Belastende Beziehungen

 

Von meiner belastenden Beziehung mit mir selbst und meiner Reise aus Isolation und Trennung zu Einheit und Verbundenheit.

 

„Die Beziehungen, die wir zu unseren Mitmenschen haben, beeinflussen unser seelisches Befinden und stehen in enger Verbindung damit, wie zufrieden, glücklich und sicher wir uns fühlen“. Oft vergessen wir dabei jedoch bedingt durch unser soziales Umfeld, Erziehung und Gewohnheit die Beziehung zu uns selbst…

 

Hallo, ich bin Sabine und lebe heute in einer ehrlichen Beziehung mit mir selbst. Nicht immer hübsch, aber ehrlich und das tut so gut!

 

Ich habe viele Jahre eine Lüge gelebt; mich selbst dafür gehasst und mit einer Essstörung (Bulimie) den Schmerz der Lüge kompensiert. Ich bin in die Selbstisolation gedriftet und habe meine Beziehungen zu Mitmenschen vernachlässigt und mich lange in meiner Arbeit versteckt…. bis ich eines Tages aufwachte und entschied:

 

Ich will wieder ehrlich leben

 

Ich musste mir eingestehen, dass ich nicht mehr wusste wie das geht. Ich begab mich auf eine abenteuerliche Reise zu mir selbst, habe meine Essstörung dabei überwunden und bin heute zufrieden mit mir und meinem Leben.

 

Ich arbeite seit 2015 als Gesundheitscoach und bin dankbar dafür, mit meiner Erfahrung und Expertise Menschen auf ihrem Weg aus Isolation und Trennung zu Einheit und Verbundenheit zu unterstützen.

 

Es ist meine feste Überzeugung, dass wir fast alles schaffen können, wenn wir es aus tiefstem Herzen ehrlich wollen.

 

 

Meine Reise in eine ehrliche Beziehung mit mir selbst …

 

In meiner Kindheit und als Jugendliche hatte ich mehrere einschneidende Erlebnisse, aus denen heraus ich mich entschied in die (Selbst-) Isolation zu gehen. Ich bin 1967 geboren, die älteste von drei Geschwistern, unsere Eltern hatten ein gut gehendes Geschäft und es gab immer viel zu tun. Ich wurde gelobt (was ich damals mit geliebt werden verwechselte), wenn ich mich mit mir selbst beschäftigte und man mich kaum wahrnahm… Puzzeln war meine Leidenschaft!

 

Ich erinnere mich daran, dass ich mich auch zurückzog, weil ich in den 80er Jahren innerhalb kürzester Zeit mehrere Menschen mit denen ich gerade eine innigere Beziehung aufgebaut hatte (Großvater, Onkel, Freund) jeweils durch plötzlichen Tod verlor und mir einredete „wenn jemand mir zu nahe kommt stirbt er!“ Ich wollte mit meiner Story und meiner Trauer niemandem zur Last fallen, weil ich mir angewöhnt hatte still zu sein, denn dafür wurde ich gelobt, was ich mit „geliebt werden“ verwechselte.

 

Ich hatte auch aufgehört klar und ehrlich meine Meinung zu vertreten, oder mir Luft zu machen, wenn ich unzufrieden war, weil ich damit angeeckt bin und ich mit Liebesentzug bestraft wurde. Zumindest kam es mir damals als Jugendliche so vor. Das und mehr führte dazu, dass ich alles tat, um nicht wahrgenommen zu werden; um geliebt zu werden; um den Frieden zu wahren. Stattdessen fraß ich still alles in mich hinein. Zufällig (?) las ich in einer Frauenzeitschrift über Bulimie.

 

Ich machte mir diese Essstörung schnell als Ventil zunutze, und ermöglichte mir damit den „alles ist gut“ Schein nach außen zu wahren. Innerlich wurde ich aber immer trauriger, einsamer und wütender auf mich. Wütend, dass ich nicht zu mir gestanden habe aus Angst verlassen, nicht geliebt zu werden. Heute weiß ich, dass es ein Schutzmechanismus war, um mich vor größerem Schmerz zu bewahren. Damals jedoch empfand ich mich als Feigling. Zu feige meine Wahrheit zu sagen und dafür begann ich mich regelrecht zu hassen. Anfang zwanzig entschied ich für mich, in stationäre Behandlung in der Psychiatrie nach Würzburg zu gehen. Daraus wurden vier Monate Therapie und ich habe danach noch lange an mir gearbeitet, um meine authentischen Gefühle und Gedanken ehrlich auszudrücken statt sie in mich hinein zu essen, zu schlucken und zu spucken…

 

Mein Essverhalten wurde besser aber meine schwierige Beziehung mit mir selbst wollte ich noch immer nicht akzeptieren. Ich traute mich lange nicht, meine wahren Bedürfnisse mitzuteilen. Meine sozialen Kontakte wurden immer weniger und ich lebte und liebte meine damalige Arbeit. Das führte dazu, dass ich zu einem „human doing“ wurde. Einem funktionierenden Wesen, all Business, kontrolliert, hart & gefühlskalt, statt mir zu erlauben mein Leben zu leben, zu lieben und zu genießen.

 

Der Mensch, „the human being“ in mir schien gestorben. Romantische Beziehungen gingen regelmäßig in die Brüche, weil ich selbst „gebrochen“ war. Beruflich war ich erfolgreich aber konnte meine Erfolge nicht genießen, weil ich mir selbst nie genug war. Immer weiter trieb ich mich voran. Selbst auswandern nach Kanada, doppelte Staatsbürgerschaft zu erlangen, mein eigenes Geschäft in einem neuen Land zu eröffnen und erfolgreich zu führen habe ich nicht gefeiert, nicht wertgeschätzt, sondern bin gleich zum nächsten „Projekt“ geeilt. Heute weiß ich, dass das ebenfalls ein Schutzmechanismus war, um mich nicht mit mir selbst, mit dem in mir tief verborgenen Schmerz auseinandersetzen zu müssen.

 

Ich lebte viele Jahre allein. Erst als 2008 mein Hund Laura in mein Leben kam und mich mit ihrer bedingungslosen Hundeliebe überschüttete öffneten sich bei mir die Schleusen. Ich erinnere mich wie ich zum ersten Mal seit …. bestimmt Jahrzehnten … so richtig und herzzerreißend weinte. Es war wie eine Reinigung, ein Lösen der selbstauferlegten Kontrollfesseln und ich spürte, dass da doch noch ehrliches echtes Leben in mir war und dieses Leben wollte ich wieder leben! Ich wollte gesund & glücklich sein; in ehrlicher Beziehung mit meinen Mitmenschen und mit mir sein. Aber ich musste mir eingestehen, dass ich nicht mehr wusste wie das geht (!).

 

Meine Sehnsucht nach gesund & glücklich sein wurde so groß, dass ich mich 2011 entschied, mein mir vertrautes Arbeitsumfeld und gutes Einkommen hinter mir zu lassen. Ich machte mich auf den Weg in die Ungewissheit, auf den Weg zu mir selbst. Ich wollte innere und äußere Harmonie in meinem Leben schaffen.

 

Durch verschiedene Workshops und Erfahrungen in der Persönlichkeitsentwicklung kam ich meinem wahren Ich langsam näher. Es war als würde Schicht um Schicht des dicken Panzers abgelegt, den ich um mein Herz erschuf um es zu schützen. Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich mir im Spiegel tief in die eigenen Augen sehen konnte und sprach „ich hab mich lieb“ und dieses Gefühl sich ehrlich und so gut und warm anfühlte.

 

Ich bekam mehr und mehr Vertrauen in mich selbst, und wurde eine ehrliche Einheit mit dem Menschen – mit der Sabine – die ich lange vermisst habe und die ich ehrlich bin. Ich bin dankbar dafür mich heute so wie ich bin zu lieben, zu respektieren, anzunehmen, anzuerkennen und wertzuschätzen. Das spiegelt sich auch in meinen Beziehungen wider. Sie sind authentischer und inniger. Energie Vampire kommen immer seltener in mein Leben und gehen schneller wieder.

 

Ich hatte damals in einem Moment entschieden gesund und glücklich leben zu wollen. Mich mutig aus der Isolation zu trauen erfordert viel Geduld mit mir selbst und braucht Zeit, gerade weil ich fast mein ganzes Leben eine sehr isolierende Gewohnheit gelebt habe. Ich ertappe mich noch manchmal dabei in unangenehmen Situationen mich in meiner Arbeit verstecken zu wollen, aber da komme ich heute, (ironischerweise) dank meiner jetzigen Arbeit, schneller wieder raus und bin bei mir.

 

Persönlichkeitsentwicklung und arbeiten mit der körpereignen Energie wurden zu meiner Leidenschaft und ich arbeite seit 2015 als Gesundheitscoach und unterstütze mit meiner Erfahrung und Expertise Menschen auf ihrem Weg aus Isolation und Trennung zu Einheit und Verbundenheit.

 

Es ist meine feste Überzeugung,
dass wir fast alles schaffen können,
wenn wir es aus tiefstem Herzen ehrlich wollen.

 

… von Herzen, eure Sabine

 

Hier meine Geschichte, vorgelesen von mir: https://www.youtube.com/watch?v=w5Ju5QWTcR0&t=140s

 

Meine Homepage: www.sabinemohr.com

 

 

Stand: 26.02.2021

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